Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs
Hormonersatztherapie
postmenopausaler Frauen
Vortrag
von Dr. Barbara Fervers-Schorre, Fachärztin für Gynäkologie/Psychoanalyse und Psychotherapie,
Köln am 17.12.2003 (PDF-Datei)
HPV-Impfung
gegen Gebärmutterhalskrebs
Mit freundlicher Erlaubnis von Dr. Ria Hoffmann,
Esslingen (PDF-Datei)
Jährlich wird laut Angaben des Robert-Koch-Instituts Berlin bei mehr als 50.000 Menschen in der Bundesrepublik die Diagnose "Darmkrebs" gestellt. Darmkrebs gehört somit zu den häufigsten Krebserkrankungen. Durch eine frühzeitige Erkennung und Behandlung liegen die Heilungschancen bei etwa 90 %, was ebenfalls beinhaltet, dass erheblich weniger chirurgische Eingriffe mit Anlegen eines künstlichen Darmausganges ausgeführt werden müssen.
Durch einen einfachen Test auf verborgenes Blut im Stuhl, den
wir in der Praxis anbieten, besteht die Chance, dass ein entstehender Krebs
rechtzeitig erkannt wird.
Die Faktoren
Bis zum heutigen Zeitpunkt sind die Ursachen für eine Entstehung von Darmkrebs nicht eindeutig geklärt. Es wird angenommen, dass eine erbliche Veranlagung mit verantwortlich und die Ernährung ein weiterer Risikofaktor ist. 1998 wurde festgestellt, dass ca. 80 % der in diesem Jahr neu erkrankten Personen älter als 60 Jahre waren. Das Durchschnittsalter zum Zeitpunkt der Diagnose lag bei Männern bei 67, bei Frauen bei 72 Jahren.
Folgende Faktoren gelten als entstehungsfördernd bei Dickdarmkrebs:
- Schwere, langwierige Entzündung der Dickdarmschleimhaut (Colitis ulcerosa)
- Familiäre Veranlagung/Neigung zu Dickdarmpolypen
- Vorkommen von Darmkrebs innerhalb der Familie (1. oder 2. Verwandtschaftsgrad)
- Vorkommen anderer Krebsarten in der Familie
- Ernährungsgewohnheiten wie z. B. fett- und fleischreiches Essen
Nicht immer bedeutet eine Übereinstimmung mit den aufgeführten Risikofaktoren, dass zwangsläufig eine Erkrankung auftreten muss. Doch selbst bei nur einem zutreffenden Punkt ist regelmäßig Vorsorge zu empfehlen.
Vor allem, wenn der Körper Alarmsignale sendet wie:
- Veränderte Stuhlgewohnheiten
- Plötzlicher Durchfall oder Verstopfung, womöglich wechselnd
- Krampfartige Bauchschmerzen
- Stuhldrang ohne anschließende Entleerung
- Hautblässe/Blutarmut (Anämie durch unbemerkte Sickerblutungen im Darm)
- Gewichtsverlust
- Blutbeimengungen im Stuhl
Der Test
Besonders angenehm und leicht kann Vorsorge durch einen neuen Test erfolgen, der selbst für das Auge nicht mehr erkennbares Blut in Stuhlproben nachweist. Da der Test auf einem immunologischen Verfahren basiert, ist es nicht wie bei den üblichen Karten-Tests erforderlich, bestimmte Nahrungsvorschriften (Diäten) einzuhalten. Es kann auch nicht vorkommen, dass die Einnahme von Vitamin C (in vielen Getränken zugesetzt) den Stuhltest fälschlicherweise negativ ausfallen lässt.
Sollte der Test positiv ausfallen, wird eine genauere Untersuchung des Darmes (Spiegelung/Coloskopie) erforderlich, da mit dem Test nachgewiesenes Blut ursächlich sowohl aus einem Krebstumor als auch aus harmlosen Hämorrhoiden oder gutartigen Polypen stammen kann. In der Hand eines erfahrenen Arztes ist eine Darmspiegelung eine sichere und schmerzfreie Methode.
FRÜHERKENNUNG VON GEBÄRMUTTERHALSKREBS
Folgende Fragen über den Krebsabstrich und die neue Technologie, mit der ein zuverlässigerer Test möglich ist, werden häufig gestellt:
1. Was ist ein Krebsabstrich oder auch ein sogenannter Papanicolaou-Test
(Pap-Test)?
Der Krebsabstrich oder Pap-Test ist ein Vorsorgetest. Mit diesem
Test können Anzeichen von Gebärmutterhalskrebs oder Zellen, die sich in Krebszellen
umwandeln können, frühzeitig entdeckt werden. Dieser Test wurde vor 50 Jahren
entwickelt und hat sich seither technisch nicht geändert.
2. Warum soll ich einen Krebsabstrich machen lassen?
Ein regelmäßiger
Krebsabstrich ist wichtig zur Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs. Es kann
zu Zellveränderungen in der Gebärmutter kommen,
ohne dass Symptome oder Schmerzen auftreten. Wenn diese nicht behandelt werden,
kann sich daraus sogar bei geringen Veränderungen Krebs entwickeln. Wenn Sie
regelmäßig einen Krebsabstrich machen lassen, beteiligen Sie sich aktiv an
der Aufrechterhaltung Ihrer Gesundheit.
3. Wie wird ein Krebsabstrich durchgeführt?
Ihr Arzt schabt
vorsichtig Zellen vom Gebärmutterhals ab, trägt diese auf einen Glasobjektträger
auf und sendet diesen in ein Laboratorium
zur mikroskopischen Untersuchung.
4. Können Krebsabstriche noch verbessert werden?
Ja. Es kann
vorkommen, dass die Zellen in verschiedener Dicke auf den Objektträger aufgetragen
werden, dass sich zu viele Zellen auf einer
Stelle befinden und dass sie sich überlappen. Dabei kann es schwierig sein,
alle Zellen zu beurteilen. Außerdem wurde in Studien gezeigt, dass die meisten
Zellen nicht auf den Objektträger aufgetragen, sondern mit dem Instrument,
mit dem die Probe entnommen wird, weggeworfen werden.
5. Worin unterscheidet sich der ThinPrep Pap Test?
Die Zellen
werden auf dieselbe Art gewonnen. Der Test verursacht keine zusätzlichen Beschwerden.
Die Zellen werden dabei nicht auf einen Objektträger
aufgetragen, sondern in einen Plastikbehälter mit einer Konservierungslösung
gespült. Dadurch werden die Zellen aus dem Entnahmegerät gelöst und gelangen
in die Flüssigkeit; so werden alle abgestrichenen Zellen auch für die Untersuchung
erhalten.
6. Gibt es einen Beweis, dass der ThinPrep Pap Testbesser ist
als der herkömmliche Abstrich?
Der ThinPrep Pap Test wurde entwickelt, um die
beim herkömmlichen Krebsabstrich auftretenden Probleme zu verringern. Weltweite
Studien haben
gezeigt, dass der ThinPrep Pap Test genauere Angaben zulässt als der herkömmliche
Abstrich.
7. Was mache ich, wenn die Testergebnisse verdächtig sind?
Verdächtige
Testergebnisse bedeuten nicht, dass Sie Krebs haben! Sie werden häufig durch
eine Entzündung oder Infektion des Gebärmutterhalses
oder der Vagina verursacht. Bei verdächtigen Resultaten kann Ihr Arzt sofort
eine entsprechende Behandlung einleiten. Bitten Sie Ihren Arzt, Ihenen die
Ergebnisse und die weiteren Schritte zu erklären.
8. Wer sollte einen Krebsabstrich machen lassen?
Alle Frauen,
die sexuell aktiv sind, sollten regelmäßig einen Krebsabstrich machen lassen.
Sogar wenn Sie im Moment keinen Sexualpartner
haben oder Ihre Periode nicht mehr kommt, sollten Sie regelmäßig einmal jährlich
zur Krebsvorsorge gehen.